Archiv: „Auswärtsfahren!!“ aus GZ 126

Der Artikel zum Thema Auswärtsfahrt aus der Gazzetta 126 ist noch sehr geprägt von den Horrorauftritten des magischen FCs in der Fremde in den letzten Saisons. Die Argumente gelten angesichts des aktuellen Höhenflugs natürlich umso mehr und sowieso… Auswärtsfahren!!

Aufwärtsfahren!

Ein Problem, welches die gesamte Fanszene des FC St. Pauli und nicht nur USP seit einigen Jahren hat, ist die geringe Zahl derer, die unsere Mannschaft regelmäßig zu Auswärtsspielen begleiten. Wir maßen uns nicht an, für die gesamte Fanszene zu sprechen, sondern wollen das Problem an dieser Stelle innerhalb von USP und seines näheren Umfelds thematisieren.
Auf den ersten Blick sind zahlreiche Auswärtsspiele schwierig zu gestalten: Dank DFB/DFL unter der Woche auswärts zu spielen, bedeutet für eine_n Arbeitnehmer_In – gerade bei einem verhassten Montagsspiel – einen, wenn nicht zwei Tage Urlaub nehmen zu müssen, zumal die Termine der Spiele bekanntermaßen oftmals sehr kurzfristig terminiert werden. Daneben ist das Geld für viele Fahrten für Viele nicht einfach so aus dem Ärmel zu schütteln. Private Verpflichtungen stellen oft ein weiteres Hindernis dar. Hinzu kommt, dass man oft in langweiligen Städten gegen vermeintlich unbedeutende Gegner antritt, deren Stadien sich allesamt erschreckend ähnlich sehen und unsere Mannschaft von einer schier unbeschreiblichen Auswärtsschwäche geplagt ist. Magere elf Punkte aus 17 Spielen bei 40 Gegentoren und zwölf Niederlagen auf fremden Plätzen in der letzten Saison sprechen Bände. All dies macht eine Planung sicherlich schwierig, doch nicht unmöglich, um dies gleich vorweg zu nehmen.
Doch all diese Punkte können und dürfen einfach keine Entschuldigung für die geringe Zahl von USPler_Innen sein, die regelmäßig auswärts fahren. USP ist seit seiner Gründung im Jahr 2002 kontinuierlich gewachsen. Kontinuierlich ist auch die Zahl derer gewachsen, die sich durch ihr Engagement in die Gruppe einbringen und dadurch unsere Gruppe prägen. Mit der Zeit ist auch die Zahl derer gewachsen, die regelmäßig auswärts fahren – dennoch ist diese nach wie vor erschreckend gering!
Wie lässt sich dies erklären? Ist es schiere Lustlosigkeit? Schließlich haben sich über 250 Personen in der vergangenen Saison einen USP-Ausweis gekauft und hunderte tragen unseren Merchandise und unterstützen unsere Mannschaft bei Heimspielen in der Südkurve. Doch die 50-70 Personen, die pro Saison fast jedes Spiel in der Fremde sehen, sind – bis auf wenige Ausnahmen – seit mehreren Jahren dieselben. Diese Frage können auch wir nicht abschließend beantworten. Was allerdings feststeht, ist, dass Auswärtsfahren und seine Mannschaft auch in der Fremde zu unterstützen ein zentrales Element von Ultra’ darstellt. Fährt niemand mehr auswärts, funktioniert eine Ultra’-Gruppe schlichtweg nicht mehr! Darüberhinaus gilt es, sich zu fragen, woraus die Heimstärke mit elf daheim gewonnenen Spielen unserer Mannschaft resultiert. Die lautstarke Unterstützung durch USP in der Südkurve spielt hierbei sicher keine unerhebliche Rolle. Man erinnere sich einmal an die Heimspiele gegen Nürnberg und natürlich Rostock, in denen das Team den Gegner mit der Südkurve im Rücken niedergerungen hat. Und auch auswärts gilt: je mehr Leute dabei sind, desto lauter ist unsere Unterstützung für die Mannschaft und desto mehr Spaß macht es. Darüber hinaus sind für viele – gerade für diejenigen, die seit einigen Jahren regelmäßig auswärts fahren – schlichtweg unvergessliche Erlebnisse mit Auswärtsfahrten verbunden. Die Geschehnisse rund um das Spiel in Rostock, das Baden im See in Nürnberg in der letzten Saison oder die jüngste Feierei in der Kleingartenanlage in Villingen sind das beste Beispiel dafür. Oft erwischt man sich dabei, wie man gemeinsam über Fahrten spricht, die schon ein paar Jahre zurückliegen und plötzlich der Satz kommt „Ach ja, das war ja…“. Ereignisse, über die man auch in einen paar Jahren noch spricht. Viele schöne Momente könnte euch die Auswärtsfahrer_Innen erzählen, die jedes zweites Wochenende aufs neue ihr Abenteuer in unseren Bussen oder im Zug und vor allem den oftmals hässlichen Gästeblöcken dieses Landes mit ihren Freunden und der Gruppe suchen. Viele Gesänge der letzten Jahre fielen nicht einfach vom Himmel, sondern entstanden aus einem anfänglichen Spaß heraus auf unseren Fahrten und ratet mal, woher so manch ein Mitglied von USP seinen/Ihren kuriosen Spitznamen her hat. Jede Fahrt ist etwas Anderes, eine gemeinsame Erfahrung mit unserer Crew, mit deiner Crew. Eine Crew, auf die du dich verlassen kannst und mit der du Spaß haben kannst.
Die Realiät sieht gegenwärtig leider ein wenig anders aus. Klar, auch im Moment sind viele Auswärtsfahrten unvergesslich – doch hat sich einfach eine gewisse Realität eingeschlichen und die Leute, die heute auswärts fahren, haben dies auch schon vor einigen Jahren getan. Hieran wird sich hoffentlich auch nichts ändern, doch es kommen wenig neue Gesichter hinzu. Mittelfristig muss sich die Situation verbessern, daran führt kein Weg vorbei! Um die 100-120 Ultras bei einem Auswärtsspiel am Wochenende sind einfach zu wenig! Oft macht es leider den Anschein, als hätten viele schlicht und einfach keine Lust, auswärts zu fahren oder als gäben sie ihr Geld lieber für andere Dinge aus. Doch Ultra’ ist mehr, als einmal im Jahr nach Rostock zu fahren! Mit Auswärtsspielen waren in der Vergangenheit immer wieder ne Menge Highlights verbunden und gemeinsame Auswärtsfahrten schweißen die verschiedenen Mitglieder unserer Gruppe weiter zusammen.
Denkt einmal darüber nach, was Ultra’ für euch bedeutet und ob es nicht möglich ist in naher Zukunft, regelmäßig mit drei Bussen statt mit einem oder zwei gemeinsam auswärts zu fahren und unsere Mannschaft zu unterstützen! Jede_R von euch hat die Chance, den Status Quo aufzubrechen und USP ein weiteres Mal weiter nach vorne zu bringen!

Also, Auswärtsfahren! Gemeinsam für USP! Gemeinsam für Sankt Pauli!


1 Antwort auf „Archiv: „Auswärtsfahren!!“ aus GZ 126“


  1. 1 Klausi 30. Dezember 2009 um 1:38 Uhr

    lieber mehr mit zug fahren. scheiß auf die blöden bus-touren! bei fahrten mit dem wochenendticket die halbe nation in aufruhr versetzen durch einen super auftritt an den umsteigebahnhöfen.
    im osten ist das ja (vor allem bei rostock, dresden, erfurt) ganz gut verbreitet. ich glaube durch solche fahrten schweißt man die gruppe erst richtig zusammen.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.